Das erste Fachsymposium in Berlin war ein großer Erfolg. Es wurden viele Absichtserklärungen abgegeben. Vor allem wurde deutlich, dass es ein großes Bedürfnis an guter, fachlicher Erklärung und auch Aufklärung gibt. Auf den Seiten der Betroffenen und noch deutlicher, auf Seiten der Angehörigen. Die Angehörigen Arbeit wurde und wird auch heute noch sehr vernachlässigt. Das ist ein großes Problem. Denn Angehörige können unterstützend oder destruktiv sein. Beklagt wurde bei diesem Symposium auch durch die Referenten, die fachlich sehr gut aufgestellt waren und sehr verständlich auch schwierige fachliche Erkenntnisse darstellten, dass sie zu wenig Zeit hatten, bei den komplexen Themen. Dies wird im nächsten Jahr besser geplant werden. Dieses Symposium wurde mit 7 Fachfortbildungspunkten anerkannt. Das zeigt die Hochkarätigkeit dieser Veranstaltung.

 

Kooperation mit dem Jobcenter Essen

Besondere Aufmerksamkeit bekam von fachlicher Seite, die Vorstellung der Angebote des JobCenters in Essen, durch den operativen Leiter des JobCenters, Herrn Mikoteit.

Im JobCenter in Essen gibt es unterschiedliche Unterstützungsangebote für Menschen mit einer psychischen Erkrankung / schweren seelischen Behinderung, wie z.B. der Borderline Persönlichkeitsstörung.

Besonders ist in diesem Zusammenhang die erfolgreiche Kooperation zwischen dem JobCenter und der Uniklinik Duisburg/Essen. Durch diese Kooperation sind unterstützende Möglichkeiten entstanden, die sich als äußerst hilfreich entwickelt haben.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der Titel der angebotenen Kurse. Ein Gesundheitskurs für Menschen im ALG II Bezug wird schlechter angenommen, als ein Kurs für die Tagesstruktur oder zur Ernährung, zum Beispiel. Obwohl oft deckungsgleiche Inhalte in den Kursen angeboten werden, gilt auch hier, „Normalität“ anzubieten.

 

„Side-By-Side“ – ein besonderes Angebot

In Essen gibt es die „Side-By-Side“ Gruppe für junge Menschen mit einer Borderline Diagnose, von Frau Sabine Thiel (Heilpraktikerin/Psychotherapie).

Diese Gruppe arbeitet wirklich Seite an Seite und hier begegnen sich Menschen. Ziel ist es, die Teilnehmer in eine Ausbildung münden zu lassen. Oft müssen die Teilnehmer ihre eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen erst einmal innerhalb der Gruppe kennen und schätzen lernen. Aktuell hat die Gruppe einen neuen Flyer erstellt.

Das Projekt des JobCenter Essens hat großes Interesse hervorgerufen und es haben bereits am Tag des Symposiums die ersten Kontaktaufnahmen und Gespräche statt gefunden.

 

Workshops und der Blick in die Zukunft

Gegen Ende des Symposiums wurden noch drei Workshops angeboten, die alle trialogisch besucht wurden.

Auch hier wurde wieder deutlich, wie wichtig die trialogische und auf fachlicher Ebene, die interdisziplinäre Arbeit ist.

Jetzt wird gemeinsam an einer trialogischen, (gewünscht) bundesweiten Vernetzung gearbeitet.

Die ersten Schritte in diese Richtung sind getan.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

 

Die ersten Folien der Vorträge habe ich erhalten und veröffentliche sie hier: